13. Juni 2019 - Reisebericht von Victoria Stöpler

Die schönsten Städte Englands - mein britischer Roadtrip

Wenn ich momentan an England denke, dann kommt mir vor allen Dingen ein Thema in den Sinn: die vielen Schlagzeilen über Großbritannien und dessen Politik. Oder einfacher gesagt: der „Brexit“. Von besorgt, über verärgert bis hin zu kurios - so überschlagen sich täglich die Nachrichten über das Land, über das aktuell die ganze Welt spricht.
Doch gibt es nicht viel mehr, über das man sich unterhalten sollte? Hat diese Insel in der Nordsee nicht noch vielmehr zu bieten als eine Debatte übers Bleiben oder Nicht-Bleiben?
Das möchte ich auf meiner zweiten Inforeise herausfinden. Was sind die Geschichten, die Legenden oder auch die Besonderheiten dieses Landes, die es Wert sind entdeckt zu werden?
Meine letzte Reise brachte mich bereits in den nördlichsten Teil des Vereinigten Königreichs und ich habe mir mit eigenen Augen ein Bild von Schottland gemacht. Dieses Mal steht England auf meinem Plan - und ich bin gespannt, ob ich euch am Ende meiner Reise überzeugen kann, dass Englands schönste Städte, ganz egal mit „Brexit“ oder „Exit vom Brexit“, ganz oben auf eurer Reisewunschliste stehen sollten. England - here I come!

Tag 1: Sonne, Fähre, Kreuzfahrtfeeling

Mitte Februar 2019, strahlender Sonnenschein, das Auto ist vollgepackt. Los geht meine Reise nach England! Naja, zuerst geht es tatsächlich nach Holland - um genau zu sein nach Hoek van Holland - von wo ich mit einer Nachtfähre der Stena Line nach England überzusetzen werde. Nach einer langen, aber doch sehr entspannten Autofahrt, komme ich am späten Nachmittag am Fährhafen an. Das Schiff - die Stena Hollandica - kann ich schon von weitem sehen. Da ich allerdings noch etwas Zeit bis zur Einschiffung habe, bummle ich noch ein wenig durch die kleine Innenstadt. Pech nur, dass die Geschäfte hier in Holland samstags immer schon sehr früh schließen, sodass mich mein „Schlendern“ schon nach kurzer Zeit in eine Pizzeria führt, wo ich mich mit einer leckeren Pizza für den Check-In auf der Fähre stärke.
Nachdem ich mein Auto sicher im riesigen Bauchraum der Fähre geparkt habe - das kenne ich ja bereits von meiner letzten Inforeise nach Schottland - suche ich meine Kabine. Mein erster Gedanke beim Betreten: „Wow! Bin ich echt auf einer Fähre oder doch auf einem Kreuzfahrtschiff?!“

2-Bett-Außenkabine mit Etagenbetten der Stena Hollandica (23.02.2019)

Ich bin wirklich positiv überrascht! Die 2-Bett-Außenkabine ist sehr geräumig, hat ein schönes großes Fenster und ein großzügiges Bad. Hier lässt es sich gut aushalten. Doch auch die anderen Kabinen sind sehr schön und geräumig, davon kann ich mich anschließend bei einer kurzen Besichtigung unter Führung eines netten Mitarbeiters der Stena Line überzeugen. Aber genug von den Kabinen - das Schiff hat ja schließlich noch mehr zu bieten u.a. einige Restaurants, Bars und auch einen Duty Free Shop.
Nun geht es aber wirklich los: die Fähre legt ab. Das Spektakel, wie sich dieses große Schiff mit feinster Präzision aus dem Hafen manövriert, schaue ich mir natürlich von draußen an. Hinterher heißt es bereits „Koje, ich komme“, denn es ist schon spät und der morgige Tag beginnt früh. Night night, sleep tight!

Tag 2: London is calling!

Gut ausgeschlafen stelle ich beim Aufwachen fest, dass wir schon im Hafen liegen. Ohje… habe ich doch vergessen, meinen Wecker mit der Zeitverschiebung richtig einzustellen? Nein! Alles gut! Das Schiff ist einfach nur überpünktlich. Ich mache mich schnell frisch und sitze kurz darauf schon hinterm Steuer. Nach einer kurzen Wartezeit an der Pass- und Zollkontrolle verlasse ich das Hafengelände und stürze mich in den Linksverkehr. Mein Ziel, das Best Western London Peckham, erreiche ich nach zwei Stunden Autofahrt inkl. einiger Umwege. Da mein Zimmer noch nicht fertig ist (es ist schließlich noch sehr früh am Morgen), suche ich mir erst einmal ein Café zum Frühstücken. Anschließend schlendere ich ein wenig durch die Straßen von Peckham - ein typischer Stadtteil Londons mit ganz viel Multikulti, Bars und kleinen Läden. Zurück im Hotel ist mein Zimmer mittlerweile bezugsfertig.

Doppelzimmer im Best Western London Peckham Hotel (24.02.2019)

Ein auf den ersten Blick sehr modernes Zimmer, mit kleinen Abstrichen beim genaueren Hinsehen. Aber nun gut - ich will ja meine Zeit nicht im Hotelzimmer verbringen, erst recht nicht wenn das Wetter mir heute blauen Himmel mit strahlendem Sonnenschein schenkt.
Für den heutigen Tag stehen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der britischen Hauptstadt auf meinem Plan - erster Stopp: Tower Bridge. Bei meinem Spaziergang entlang der Themse habe ich das Gefühl der Sommer wäre ausgebrochen: kurze Shorts und bauchfreie Shirts soweit man blickt - und das bei 15°C Außentemperatur. Brrr….aber es ist ja allgemein bekannt, dass der Kleidungsstil der Briten sehr „außergewöhnlich“ sein kann. Vorbei am Tower of London erreiche ich die Tower Bridge.

Tower Bridge (24.02.2019)

Tower Bridge

Dieses Jahr feiert die Tower Bridge ihren 125. Geburtstag. Sie wurde vom Prinzen und der Prinzessin von Wales feierlich eröffnet und gilt heute als eines der Wahrzeichen Londons. Die viktorianische Architektur und besondere Technik werden bei einer Ausstellung im Inneren der Brücke näher erläutert. Für ganz mutige Besucher besteht die Möglichkeit, über einer Plexiglas-Scheibe am oberen Teil der Brücke entlang zu laufen und von dort die Aussicht auf die unter sich fahrenden Autos sowie auf die Stadt London zu genießen.   

Nach einem obligatorischen Überqueren der berühmten Brücke, steige ich in die Tube um zum Buckingham Palace zu fahren. Bei dem herrlichen Wetter lasse ich mir einen kurzen Spaziergang durch die angrenzende Parkanlage nicht entgehen und marschiere von hier weiter zum Big Ben. Fast hätte ich ihn gar nicht gefunden, denn auf Grund von Restaurierungsarbeiten ist der Turm des britischen Parlaments komplett mit Stahlgeländer umhüllt. Schade! Nun muss ich mich aber beeilen, um pünktlich am „The Shard“, dem höchsten Wolkenkratzer Europas, zu sein und meine Auffahrt nicht zu verpassen. Markant reckt er sich mit seinen 310 Meter hoch in die Wolken Londons und von hier unten kann man seine Spitze kaum noch erkennen. Etwas nervös betrete ich den Fahrstuhl und nach nur gefühlten fünf Sekunden bin ich bereits im 60. Stock angekommen. Noch ein paar Stockwerke mit einem zweiten Fahrstuhl und schon bin ich auf der Aussichtsplattform. Zum Glück habe ich keine Höhenangst. Der Blick von hier oben über die ganze Stadt und ihr Treiben ist wirklich atemberaubend.

Ausblick von The Shard auf London mit Blick auf die Tower Bridge (24.02.2019)

Ich genieße noch den Sonnenuntergang und mache mich dann wieder auf den Weg nach unten.  Auf sicherem Boden angekommen, fahre ich mit der Overground wieder zurück ins Hotel. Geschafft vom Tag esse ich noch schnell eine Kleinigkeit im Hotelrestaurant und falle anschließend erschöpft ins Bett.

Tag 3: Welcome to the Jungle!

Mein Tag startet mit einem leider sehr spärlichen Frühstück im Hotel. Nach dieser kleinen Stärkung fahre ich nach Croydon, im Süden Londons, wo ich mir ein paar Hotels ansehen möchte. Als erstes steht das Best Western Plus Hotel London Croydon auf meinem Plan. Das Hotel macht einen sehr schicken und eleganten Eindruck und - was ich sehr praktisch finde und in keinem Vier-Sterne-Haus bisher gesehen habe - jedes Zimmer ist mit einer kleinen Kochnische ausgestattet. Anschließend besichtige ich das ibis Styles London Croydon. Kein langer Weg für mich, denn das Hotel liegt direkt nebenan. Hier erwarten mich hohe Decken, eine bunte Einrichtung und sehr großzügig geschnittene, renovierte Zimmer. Da mir noch etwas Zeit bis zu meinem nächsten Meeting bleibt, schaue ich mir auch noch das Best Western Crystal Palace Hotel an. Auch wenn der äußerliche Eindruck etwas bescheiden ist, hat mich das Innere wirklich beeindruckt: geräumig, hell und nagelneu. Für Leute die komplett vom Londoner Trubel abschalten möchten, hat das Hotel auch besondere Zimmer im Kellergeschoss. Diese Zimmer sind zwar ohne Fenster dafür aber besonders ruhig - klingt zunächst komisch, werde ich aber für meinen nächsten Trip im Hinterkopf behalten. Weiter geht’s - heute ist irgendwie „Hoteltag“, somit findet mein nächster Termin auch im Jurys Inn Croydon statt. Nach einem Mittagessen mit meiner Ansprechpartnerin des Hotels (endlich mal ein Gesicht zur Stimme) unternehmen wir eine Führung durch das Hotel. Alle Zimmer sollen bis Mitte des Jahres renoviert sein und die Unterbringung von großen Gruppen ist hier auch kein Problem, denn der Speisesaal ist riesig.

Nach einem erfolgreichen Tag fahre ich also wieder zum Hotel in Peckham zurück. Da die Sonne heute wieder so herrlich scheint, mache ich nicht lange Halt, sondern fahre direkt weiter ins Stadtzentrum. Nach einem kleinen Bummel durch die lebendigen Straßen, besuche ich bei Einbruch der Dunkelheit den Piccadilly Circus.

Piccadilly Circus in London (25.02.2019)

Picadilly Circus

Seit 1819 ist Piccadilly Circus ein öffentlicher Platz im West End von London, der heutzutage den Haymarket, die Coventry Street, die Shaftesbury Avenue, die Regent und Lower Regent Street und die Piccadilly miteinander verbindet. Circus bedeutet im achritektonischen Sinne ein öffentlicher, runder Platz an einer Straßenkreuzung bzw. ein Kreisverkehr, allerdings ohne eine Insel in der Mitte. Piccadilly ist durch die zahlreich angrenzenden Unterhaltungsmöglichkeiten einer der beliebtesten Treffpunkte.   

Diese berühmte Kreuzung mit ihren riesigen, leuchtenden Werbetafeln darf ich mir bei einem Besuch Londons natürlich nicht entgehen lassen. Nach diesem anstrengenden Tag meldet sich nun auch mein Magen - Zeit fürs Abendessen! Schon bei meinen Recherchen vor der Reise war mir das Rainforst Restaurant aufgefallen und da ich mich ganz in der Nähe befinde, beschließe ich es einmal auszutesten.
Am Eingang führt mich eine Treppe tatsächlich hinunter in einen Regenwald und das mitten in London. Schwüle Luft, das Zirpen von Grillen und andere Tiergeräusche sowie Grünpflanzen wohin man blickt, machen den Eindruck perfekt - ich bin im Dschungel!
Ein spannender Abschluss für einen erfolgreichen Tag.

Tag 4: Up up we go!

Für das Frühstück wähle ich heute die üppige englische Variante. Das muss ich schließlich auch mal testen. Und so serviert man mir einen schön angerichteten Teller mit Bohnen, Speck, Rührei, Würstchen und gegrillten Tomaten. Lecker, aber vielleicht nicht unbedingt meine erste Wahl für jeden Tag.

Typisch englisches Frühstück im Best Western London Peckham Hotel (26.02.2019)

Gut gestärkt geht es nun mit dem Auto nach Birmingham. Da ich sehr gut durch den Verkehr komme, bin ich schon früher als geplant im Hotel, dem Jurys Inn Birmingham. Also bleibt mir noch ein wenig Zeit, um das Stadtzentrum zu erkunden, die ich nach nur ca. fünf Minuten zu Fuß erreiche. Auf dem Weg wird eines deutlich: Birmingham befindet sich im Aufschwung. Überall sehe ich moderne Gebäude und Baustellen für weitere neue Bauten.

Blick aus dem Hotelzimmer des Jurys Inn auf die Stadt Birmingham (26.02.2019)

Das Zentrum von Birmingham besticht durch einen riesigen Komplex aus drei großen Einkaufszentren. Ich durchquere dieses Shoppingparadies und entdecke draußen am anderen Ende einen großen Platz mit einem angrenzenden Markt und einem wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Da heute schon wieder strahlend blauer Himmel ist, ist der Platz gefüllt mit Menschen, die die Sonne genießen. Nun wird es aber Zeit für mich, in das Hotel zurückzukehren, denn mein Termin mit dem Sales Manager ruft.

Doppelzimmer im Jurys Inn Birmingham Hotel (26.02.2019)

Wir unternehmen eine ausführliche Tour durch das Hotel, das ebenfalls im gewohnt schicken und edlen Jurys Inn Style erstrahlt. Da der Sales Manager direkt aus Birmingham stammt, erfahre ich, dass die Stadt seit etwa fünf Jahren zu einer Geschäfts - und Kongressstadt umgebaut wird. Noch sind viele Bauprojekte im Gang, somit wird sich in den kommenden Jahren noch einiges verändern. Mein erster Eindruck einer Stadt im Aufschwung war also richtig - es ist doch immer wieder gut und spannend sich von Einheimischen etwas über ihre Stadt erzählen zu lassen.

Tag 5: Chocolate, chocolate, chocolate!

Endlich ist es soweit! Mich erwartet eines meiner persönlichen Highlights dieser Reise: der Besuch der Cadbury World in Birmingham. Um Punkt 10 Uhr werden die Türen zu der berühmten Schokoladenfabrik geöffnet. Ich fühle mich ein bisschen wie Charlie mit der goldenen Eintrittskarte aus dem Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Und meine Erwartungen werden sogar noch übertroffen.
Die Führung beginnt mit einer interaktiven Tour durch die Geschichte von Cadbury. Natürlich lerne ich nicht nur etwas über Schokolade, sondern habe auch die Gelegenheit auf einem Schokoriegel zu surfen oder durch die Schokobohnen-Wonder-World zu fahren. Aber das wichtigste ist natürlich die Schokolade selbst und ohja, die versüßt mir den Besuch mit kleinen Kostproben und einer Station, an der ich meinen Namen mit Schokolade schreiben kann.

Eingang der Cadbury World in Birmingham (27.02.2019)

Cadbury

Einer der berühmtesten Schokoladenhersteller Englands produziert seit fast 200 Jahren süße Köstlichkeiten für jeden Schokoliebhaber. Die Firma Cadbury gehört zu dem großen Konzern Mondelēz International. Die Cadbury World in Birmingham zeigt unter anderem die Geburt der Lieblingsschokolade des Landes, die Geschichte der Familie Cadbury und vieles mehr.   

Die Führung beginnt mit einer interaktiven Tour durch die Geschichte von Cadbury. Natürlich lerne ich nicht nur etwas über Schokolade, sondern habe auch die Gelegenheit auf einem Schokoriegel zu surfen oder durch die Schokobohnen-Wonder-World zu fahren. Aber das wichtigste ist natürlich die Schokolade selbst und ohja, die versüßt mir den Besuch mit kleinen Kostproben und einer Station, an der ich meinen Namen mit Schokolade schreiben kann.
Noch vollkommen fasziniert von diesem schokoladigen Erlebnis geht es wieder auf die Autobahn. Nächster Halt: Liverpool. Das ibis Liverpool Centre Albert Dock, in dem ich die kommenden zwei Nächte verbringen werde, liegt direkt - wie der Name schon sagt - am historischen Hafen.

Albert Dock in Liverpool (27.02.2019)

Albert Dock

Dreh- und Angelpunkt von Liverpool ist der Hafen. Direkt am Fluss Mersey umfasst der Hafen einige der bekanntesten Bauwerke. Vom zweiten Weltkrieg musste stark beschädigt, wurde der Albert Dock in 1980er Jahren wieder neu aufgebaut und erstrahlt seit jeher in neuem Glanz. Heute umfasst der Albert Dock einige Bars, Restaurants und Museen, weshalb der Hafen zu eine der beliebtesten Anlaufstellen für Einheimische und Touristen geworden ist.

Am Albert Dock befindet sich ebenfalls das Beatles Museum, mein erstes Ziel in Liverpool. Auch wenn ich die künstlerische Zeit der Beatles nicht persönlich erlebt habe, finde ich die Geschichte ihres Werdeganges und die Beatlemania unglaublich spannend. Im Museum erfahre ich alles über die Anfänge der Band und welche Höhepunkte und Niederlagen die Beatles erlebten, ich gehe durch den ersten Pub, in dem die Beatles aufgetreten sind oder zumindest durch eine nachgestellte Kulisse und ich sehe das Klavier, an dem John Lennon unzählige Hits geschrieben hat. Mit der liebevollen Aufmachung, den vielen Originalen, den Erzählungen und der Atmosphäre, schafft es das Museum wirklich den Besucher in der Zeit zurückzuversetzen. Ein Muss für alle Beatles Fans!

Eingang des Beatles Museum in Liverpool (27.02.2019)

Über den Pier spaziere ich in die Innenstadt - schon wieder ist der Himmel strahlend blau. Weit und breit kein graues, britisches Regenwetter in Sicht.

Das Stadtzentrum von Liverpool ist sehr vielfältig: modern mit vielen Shoppingmöglichkeiten, traditionell mit historischen Gebäuden und Denkmälern, maritim mit dem wunderschönen Hafen und gefüllt von Legenden rund um die Beatles und den FC Liverpool - doch hierzu morgen mehr.
Ich bahne mir meinen Weg durch die Innenstadt und spaziere durch viele kleine Nebenstraßen zurück zum Hotel. Hier erwartet mich schon die Managerin, um mir ein paar Zimmer des jungen und modernen Hotels zu zeigen. Es besticht vor allen Dingen durch die optimale Lage am Hafen und die Nähe zur Innenstadt, aber ist ansonsten recht einfach ausgestattet.
Da ich merke, dass die Managerin sehr gestresst ist - heute ist viel zu tun, denn im Stadion findet ein Fußballspiel statt - beenden wir den Termin zügig und ich genieße ein kühles Guiness zum Abschluss des Tages.

Doppelzimmer im ibis Liverpool Centre Albert Dock Hotel (27.02.2019)

Tag 6: The Reds

Ein Blick aus dem Fenster verrät mir heute früh: mein Glück mit dem grandiosen Wetter hat mich verlassen. Das soll aber meine Laune nicht trüben, denn heute steht der Besuch des berühmten Anfield Stadium an.

Blick auf das Spielfeld des Anfield Stadium in Liverpool während der Stadion-Führung (28.02.2019)

Anfield Stadium

Heimat der Reds. Das Heimstadion des Liverpool FC glänzt nun mit einer brandneuen Haupttribüne, wodurch Sie die Gesamtkapazität auf rund 54.000 erhöhen konnten. Die Besucher der Stadiontour können hinter die Kulissen schauen und die hochmodernen Umkleidekabinen der Heim- und Auswärtsteams besichtigen, durch den Spielertunnel laufen und selbst einmal auf der Trainerbank Platz nehmen.

Schon auf der Fahrt zum Stadion kann ich von weitem die Fahnen des FC Liverpools wehen sehen. Nach einer kurzen Wartezeit erhalte ich meinen interaktiven Audioguide und kann meine Tour durch das Innere dieser Erfolgsstätte beginnen. Ich sehe die Umkleiden, den Presseraum, die Küche und bestaune den letzten gewonnenen Pokal. Durch den Tunnel betrete ich dann den Rasen und stehe plötzlich dort, wo viele Legenden Geschichte geschrieben haben. Ein unglaubliches Gefühl und obwohl ich kein Fußballfan bin hat mich die Atmosphäre des Stadions wirklich gefesselt.
Die freie Zeit am Nachmittag nutze ich für einen Bummel durch die Stadt. Auch wenn es in Strömen regnet, hat es mir die Stadt irgendwie angetan. Voller Vitalität, freundlicher Menschen, Straßenmusikern und reicher Historie - schlicht weg bunt und schön!

Tag 7: Off to Leeds

Nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel verlasse ich Liverpool und nehme Kurs auf Leeds. Da mich der Besuch des Anfield Stadiums so fasziniert hat, entscheide ich mich auf dem Weg zu einem kurzen Zwischenstopp beim Stadion von Manchester United. Auch hier wird mir wieder bewusst: in England ist der Fußball zuhause! Es ist wirklich faszinierend, was hier aus den Stadien alles rausgeholt wird. Vor dem Stadion wartet bereits eine lange Schlange von Fußballbegeisterten auf den Einlass zur Führung. Da ich diesen Besuch eigentlich nicht eingeplant hatte, entscheide ich mich nur für eine Besichtigung von außen. Also laufe ich los und umrunde das Stadion innerhalb von einer halben Stunde. Lucky me - durch ein geöffnetes Tor kann ich auch einen kurzen Blick ins Innere des Stadions erhaschen.
Nun geht es aber weiter nach Leeds, meinem eigentlichen Ziel.
Ich checke wieder in einem Jurys Inn ein und treffe direkt im Anschluss den Hotel Manager, der mich durch das Hotel führt.

Doppelzimmer im Jurys Inn Leeds Hotel (01.03.2019)

Auch dieses Hotel bietet den gewissen Jurys Inn Service und Style. Durch die Nähe zur Innenstadt brauche ich nach meinem Termin weniger als zehn Minuten in die Stadt, entlang von kleinen Kanälen und verwinkelten Straßen. Hier verbringe ich den Rest des Tages zwischen historischen Gebäuden mit verschnörkelten Fassaden und unzähligen Shoppingmöglichkeiten.

Einer der vielen Kanäle von Leeds (01.03.2019)

Tag 8: Ein Tag in der Winkelgasse

Wenn ich schon hier im Nordosten der Insel bin, dann muss ich auch York besuchen. Schließlich soll dies die englischste Stadt Großbritanniens sein. Also nicht lange überlegt, schon sitze ich im Zug. In York erwartet mich dann bereits einer unserer Guides, der mir die Stadt zeigen möchte. Ich kenne York bisher nur aus Büchern und Erzählungen, daher ist es schön diese Stadt nun auch mal in Echt zu erleben. Umschlossen von einer alten Stadtmauer ist York ein kleines, süßes Städtchen mit Gebäuden aus vielen unterschiedlichen Jahrhunderten. Während ich den Erzählungen unseres Guides über York lausche, bin ich mir noch unschlüssig, ob ich diese Stadt mag oder nicht. Wir spazieren über die Stadtmauer, von wo ich einen tollen Ausblick auf die Stadt und die wunderschöne Kathedrale von York habe - heute wieder mit strahlendem Sonnenschein.

Blick von den Stadtmauern Yorks auf die berühmte Kathedrale York Minster (02.03.2019)

Wir verlassen die Stadtmauer und setzen unseren Rundgang in Richtung Altstadt von York fort, spätestens jetzt weiß ich: ja ich mag York sehr! Das Treiben der vielen Menschen, die engen verwinkelten Gassen und der traditionelle Markt versprühen eine besondere Atmosphäre. Ich erfahre, dass ich gerade durch den Ursprung der berühmten „Winkelgasse“ aus den Harry Potter Filmen laufe. Ich, als ein großer Harry Potter Fan, bin natürlich sofort begeistert und sehe tatsächlich viele Ähnlichkeiten.

Ursprung der „Winkelgasse“ der berühmten Harry Potter Filme in York (02.03.2019)

Zum Abschluss gehen wir noch eine Kleinigkeit essen. Marokkanisch. Etwas, was ich schon immer mal ausprobieren wollte, mich aber dann doch nie getraut habe. Ich muss also erst nach England reisen, um marokkanisch zu essen! Da mein Guide hier wohl schon einige Male gegessen hat, überlasse ich ihm die Auswahl und so werden uns wenig später unterschiedlichste kleine Schälchen serviert. Satt und zufrieden verlasse ich anschließend York, mit vielen neuen Eindrücken über die Stadt und interessanten Ansichten über den Brexit - aus erster Hand von einem Briten. Der Zug bringt mich nun zurück nach Leeds.

Tag 9: Bye bye Great Britain

Heute muss ich leider schon wieder Abschied nehmen. Da die Fähre in Newcastle ablegen wird, mache ich mich auf in Richtung Norden. Vor dem Einchecken auf der Fähre habe ich noch ein kleines Treffen mit einem unserer Guides in Newcastle organisiert. Er nimmt mich mit auf eine Stadtrundfahrt durch Newcastle, auf der Route, auf der er unseren Gruppen ebenfalls die Geschichte und die Besonderheiten von Newcastle näherbringt. Zu meinem Erstaunen muss ich gestehen, dass meine Vorstellung von Newcastle falsch war. Anstelle einer schnöden Industriestadt präsentiert sich mir hier eine wirklich interessante und hübsche Stadt, mit vielen schönen alten Häusern, einer Vielzahl an Shoppingmöglichkeiten und einer großen Markthalle. Leider ist diese ausgerechnet heute geschlossen, aber dafür gibt es jeden Sonntag einen Street-Food-Market direkt am Wasser, den ich mir nach meiner privaten Stadtführung direkt anschaue. Hier gibt es die leckersten Spezialitäten und Köstlichkeiten aus vielen verschiedenen Ländern, unter anderem auch einen deutschen Currywurst-Stand.
Das besondere Flair des Marktes wird durch die Lage entlang des Flusses Tyne unterstützt und von hier kann ich ebenfalls die sieben Brücken der Stadt sehen, wie sie verschnörkelt hintereinanderliegen und eine einzigartige Struktur ergeben.

Die sieben Brücken von Newcastle am Fluss Tyne (03.03.2019)

Bei diesem Anblick lässt sich deutlich erkennen, dass Newcastle recht hügelig ist, denn jede Brücke ist auf einer anderen Höhe erbaut worden, wodurch Sie alle auf einmal sichtbar sind.
Ich nehme mir noch etwas Zeit, um einem Geheimtipp meines Guides zu folgen und mache einen Abstecher in den Norden Newcastles. Und wow, bin ich froh, hier zu sein - vor mir liegt nun ein wunderschöner langer Sandstrand, Möwen kreischen, die Wellen rauschen, ein paar Hunde spielen im Wasser. Das ist Balsam für die Seele! Ich genieße noch kurz die frische Brise und fahre dann zum Fährhafen. Von hier wird mich ein Schiff der DFDS Seaways wieder nach Deutschland bringen. Das heutige Schiff, die King Seaways, hat mich schon auf meiner letzten Inforeise im Herbst sicher chauffiert, somit kenne ich mich an Bord noch ganz gut aus.
Für die Ausschiffung begebe ich mich, wie jedes Mal, wieder an Deck des Schiffs.

Ausschiffung aus dem Hafen von Newcastle mit einem Fährschiff der DFDS Seaways (03.03.2019)

Die Aussicht beim Verlassen des Hafens ist hier besonders schön, denn die Fähre muss zum verlassen der Meerenge zunächst eine recht lange Strecke vorbei an Stränden, Leuchttürmen und alten Segelbooten zurücklegen.
Jetzt bin ich gespannt wie die Nacht werden wird, denn ich habe gehört, dass es für Newcastle eine Sturmwarnung für den Abend gibt.

Tag 10: Eine Seefahrt die ist lustig…

Eine schlaflose Nacht liegt hinter mir und ich bin froh, dass wir seichtes Wasser erreicht haben. Mit heftigem Schwanken und dem Krachen der Wellen habe ich mir mit Mühe die Nacht um die Ohren geschlagen und obwohl ich nicht seekrank bin, sind die, laut Kapitän, neun Meter hohen Wellen doch nicht ganz spurlos an mir vorbeigegangen. Glücklicherweise haben wir nun aber unversehrt das Festland erreicht. Vom Hafen in den Niederlanden lege ich nun die letzten Kilometer nach Hause zurück.

Trotz der ruppigen Überfahrt am Ende meiner Reise, hatte ich eine großartige Zeit in England. Ich habe viel erlebt, wunderschöne Städte gesehen, die auf ihre jeweils ganz eigene Art besonders waren. Vor allem die Vielfalt Englands fasziniert mich jedes Mal aufs Neue: die Menschen unterschiedlichster Herkunft, die außergewöhnlichen Esskulturen, die hier aufeinandertreffen, die Verbindung aus Moderne mit den unzähligen alten Gebäude, die wunderschön restauriert zu neuem Glanz erstrahlen und die Geschichten von Legenden, die an jeder Ecke darauf warten entdeckt zu werden. Kurz gesagt: England bietet unglaublich viele Eindrücke, die erst einmal verarbeitet werden wollen, aber jede einzelne Stadt hat mich auf ihre ganz eigene und besondere Art verzaubert!

Fazit: Jede einzelne Stadt ist einen Besuch wert!


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