11. Februar 2019 - Reisebericht von Victoria Stöpler

Edinburgh & Glasgow - Zwei Städte, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Schottland - woran denken Sie da. Vermutlich, wie ich, an die vielen Klischees, die rund um dieses Land im Norden der britischen Insel kursieren: Dudelsackspieler im Kilt, zottelige Highland-Rinder inmitten unberührter Landschaften, unendliche Weiten und Seen und immer wieder eine Whisky Distillery mitten im Nirgendwo. Und natürlich nicht zu vergessen die eigensinnigen, humorvollen und freundlichen Einwohner, die so offenkundig Stolz auf ihre Heimat sind. Doch treffen diese Klischees auch wirklich zu? Werde ich mit dem ersten Schritt auf schottischem Boden tatsächlich von den Klängen der Dudelsäcke begrüßt? Das will ich überprüfen und wie geht das besser, als mit einer persönlichen Reise ans Ende Großbritanniens!

Oben am nördlichsten Zipfel des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland - wie unsere britischen Nachbarn offiziell heißen - liegt Schottland. Obwohl die Einwohnerzahl mit rund fünf Millionen Menschen relativ gering ist (England zählt bspw. im Vergleich ca. 54,3 Mio.), hatten die Schotten einen großen Einfluss auf den Rest der Welt, denn viele Erfindungen wie den Fernseher, das Telefon, Autoreifen, Golf und Antibiotika haben wir ihnen zu verdanken.

Schon vor meiner Reise wird mir also klar, dass Schottland noch so viel mehr zu bieten hat als die Klischees vermuten lassen. Und so freue ich mich schon vorher auf viel Geschichte, Städte voller historischer Gebäude, gelebte Traditionen und viele rothaarige Menschen. Ja, ihr habt richtig gelesen: prozentual gesehen gibt es in Schottland nämlich die meisten Rothaarigen weltweit, auch das habe ich bereits während meiner Reisevorbereitungen gelernt. Und wenn wir schon bei Statistiken sind: jährlich werden über eine Milliarde Flaschen Whisky in Schottland verkauft. Um den Besuch einer Whisky Distillery bei der ich einige der vielen Whisky-Sorten testen kann, komme ich somit auf jeden Fall nicht herum.

Tag 1: Eine Seefahrt die ist lustig…

Meine Reise startet Mitte Oktober 2018. Wie ich unzählige Male lesen konnte ist dies, klimatisch gesehen, nicht gerade die beste Reisezeit für Schottland, aber ich will mich überraschen lassen. Und wie sagen die Schotten selber:

 If you don't like Scottish weather, wait 30 minutes, and it is likely to change
[Raymond Bonner].

Also vielleicht habe ich ja sogar Glück und es regnet nicht durchgehend. Die Reise beginnt zunächst mit einer langen Autofahrt, denn ich muss von Norddeutschland rüber zu unseren niederländischen Nachbarn, nach Amsterdam/Ijmuiden. Von hier will ich die Fähre nach Großbritannien nehmen. Natürlich bin ich, um auf Nummer sicher zu gehen, viel zu früh losgefahren, nicht dass ich am Ende noch die Fähre verpasse. Aber so bleibt mir noch ein wenig Zeit, um die Stadt Ijmuiden zu erkunden. Hier gibt es viele kleine Geschäfte und (Fisch-)Restaurants, eine typische Hafenstadt eben. Ich schlendere ein wenig über die Hafenmeile, von wo aus ich bereits das Fährschiff der DFDS Seaways sehen kann, welches mich heute Nacht über den Ärmelkanal und die Ostsee nach Nordengland bringen wird.
Pünktlich zum Check-In stehe ich mit dem Auto in einer der vielen Wartereihen auf dem Hafengelände und hier heißt es erstmal wieder Geduld haben. Irgendwann geht es dann doch los und langsam wird ein Auto nach dem anderen in den Bauch des Fährschiffs gelotst. Mein Parkplatz für die Nacht befindet sich im unteren Teil des Schiffs und ist so schräg, dass ich schon ein wenig Bedenken habe, ob mein Auto die Nacht bei eventuell starkem Wellengang wirklich an Ort und Stelle überstehen wird. Diese Angst stellt sich jedoch kurz darauf als unbegründet heraus, denn nachdem wir alle aus dem Auto ausgestiegen sind, wird die Laderampe in eine gerade Stellung gebracht - der Nacht an Bord stehen somit keine Sorgen im Wege.

Für die Nacht beziehe ich eine Außenkabine, die ich für mich ganz alleine habe.

Groß auspacken lohnt sich für die eine Nacht nicht und so nutze ich die gesparte Zeit, um mir vom wirklich sehr freundlichen und zuvorkommenden Personal auch die anderen Kabinenkategorien zeigen zu lassen. Außer bei der Anzahl der Betten unterscheiden sich die Kabinen allerdings nicht großartig, Ausstattung und Aufbau sind weitestgehend gleich. Selbstverständlich gibt es auf dem Schiff aber noch viel mehr zu sehen und so starte ich nun zu einer Entdeckungstour. Mehrere Bars, Restaurants, einen Kinderclub, ein Spielcasino und sogar ein Starbucks-Café finde ich. Da das Wetter mich noch mit Sonnenschein beglückt, entscheide ich mich, die Ausschiffung bei einem schönen Glas Wein auf dem Sonnendeck zu verbringen. Ein Gänsehautmoment, der mich auch als „alter Hase“ jedes Mal wieder beeindruckt. Als nächstes treibt mich mein knurrender Magen zum Abendessen. Das umfangreiche Buffet mit allen gängigen Speisen wie z.B. Pasta, Schnitzel, Asiatisch  bietet für jeden etwas um satt zu werden. Auf dem Weg zu meiner Koje lege ich noch einen kleinen Abstecher im Columbus Club ein, wo ich den Klängen eines Pianospielers lausche. Dann heißt es Augen zu und „Good night sleep tight“.

Tag 2: Willkommen in Edinburgh

Heute Morgen packe ich mich erstmal warm ein und gehe hoch aufs Deck. Bei Meeresrauschen, frischem Wind und kreischenden Möwen, genieße ich den Sonnenaufgang - so könnte doch eigentlich jeder Tag starten?! Um für mein heutiges Abenteuer gut gestärkt zu sein, mache ich mich anschließend auf zum Frühstück. Bei diesem Buffet bleiben wirklich keine Wünsche offen: Brot, Toast, Müsli, Obst, Quark, Speck und Bohnen…es gibt alles, was das Herz begehrt. Dann heißt es wieder ab unter Deck, rein ins Auto und warten auf die Ausschiffung in Newcastle. Mir wird schon etwas mulmig bei dem Gedanken an das, was mich gleich erwartet: Linksverkehr! Ob ich das noch kann? Schon vor ein paar Jahren hatte ich das Vergnügen, doch das ist auch schon etwas länger her. Hoffentlich ist das wie Radfahren und man verlernt es nicht. Ein paar Minuten warten am Zoll und los geht’s. Nichts steht jetzt mehr zwischen mir und den britischen Straßen. Und ja, eines ist wahr, die Engländer lieben Kreisverkehre. Schon auf den ersten wenigen Kilometern meistere ich sechs davon. Ein Glück, dass hier im Hafengebiet noch nicht so viel Verkehr ist. Über enge und kurvige Bundesstraßen, sowie ruhige Landstraßen weist mir mein Navi nun den Weg in die schottische Hauptstadt Edinburgh. Das Verkehrsaufkommen ist so gering, dass ich zeitweise weit und breit kein anderes Auto entdecken kann. Selbst in Edinburgh komme ich ganz stressfrei an mein Ziel: das ibis Edinburgh Centre South Bridge. Mein erster Eindruck: modern, jung und dynamisch.

Nun heißt es fix einchecken, Zimmer begutachten (sogar einen netten Willkommensgruß finde ich hier) und weiter zu meinem ersten Termin, einer Besichtigung des Jurys Inn. Edinburgh hat viele schöne Hotels und dieses liegt zentral zwischen dem „Alten“ und dem „Neuen“ Edinburgh - beide Teile sind übrigens durch eine Brücke miteinander verbunden. Der Stil des Hotels ist eine aufregende Mischung zwischen traditionell, pompös und modern.

Am Abend erwartet mich dann mein zweiter und letzter Termin für heute. Ich treffe eine unserer besten Stadtführerinnen für Edinburgh in einem gemütlichen Pub, ganz in der Nähe meines Hotels. Es ist immer wieder schön und gleichzeitig aufregend, das Gesicht zur Stimme mit der man bisher nur telefoniert hat, zu sehen. Bei einem kühlen Bier tauschen wir Erfahrungen aus und sammeln neue Ideen für zukünftige „special interest Touren“. Ihr könnt gespannt sein! Nun noch schnell einen Happen essen und dann werde ich erschöpft ins Bett fallen.

Tag 3: Beautiful city of Edinburgh - und was sie zu bieten hat

Den heutigen Tag möchte ich nutzen, um mir einige der Top-Sehenswürdigkeiten der schottischen Hauptstadt anzuschauen. Nach dem Check-Out aus dem Hotel darf ein Besuch des Edinburgh Castle also nicht fehlen. Über verwinkelte Gassen, die die Altstadt durchziehen, gelange ich zu dieser imposanten Burg.

Edinburgh Castle

Das rund 1000-jährige Bestehen hat an der Architektur des Edinburgh Castle u.a. durch zahlreiche Belagerungen - wie während des schottischen Unabhängigkeitskrieges im 14. Jahrhundert - deutliche Spuren hinterlassen. Auf Grund zahlreicher Zerstörungen und Wiederaufbauten ist das Bauwerk durch unterschiedliche Epochen geprägt worden.So findet man einerseitsTeile am Schloss, die aus dem 12. Jahrhundert stammen, wie bspw. die St. Margaret’s Chapel und andererseits Bereiche, wie das Gebäude der 2. Britischen Infanteriedivision, welches durch seine moderne Architektur der Gegenwart besticht.   

In der verwinkelten Burg mit ihren vielen Türmen befinden sich verschiedene Ausstellungen, die die bewegte Geschichte des Edinburgh Castle lebhaft erzählen. Ein besonderes Highlight ist der grandiose Ausblick auf die Stadt und die Umgebung, den man von hier genießen kann. Da es am heutigen Tag sehr windig ist, muss ich schon fast aufpassen nicht weggeweht zu werden. Auch das Fotografieren wird dabei zu einer Herausforderung. Aber zum Glück sind nicht alle meine Bilder verwackelt.

Anschließend fahre ich an den Stadtrand von Edinburgh. Gut erreichbar mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es hier richtig ruhig. Auf meinem Programm steht eine weitere Hotelbesichtigung. Dieses Mal schaue ich mir das Novotel Edinburgh Park Hotel an. Wer ein modernes Hotel mit schicken und eleganten Zimmern sucht, wird von der Ausstattung dieses Hotels mit Restaurant, Swimmingpool und Fitnessbereich beeindruckt sein. Mir hat es auf jeden Fall imponiert!

Beim nächsten Hotel, welches direkt am Zoo liegt, wird mir klar, dass ich auf diese Reise meine Bade-  bzw. Sportsachen hätte mitnehmen sollen. Das Holiday Inn Edinburgh besitzt nämlich ebenfalls einen Fitness- und Schwimmbereich. Und da ich die heutige Nacht hier verbringe, wären ein paar Züge im Hotelschwimmbad durchaus möglich gewesen. Das Hotel an sich besticht im typischen HolidayInn-Stil und verfügt nicht nur über ein Restaurant, sondern auch ein Starbucks Café.

Nach einer kurzen Besichtigung der Hoteleinrichtungen und meines Zimmers mache ich mich im Doppeldeckerbus - praktischerweise liegt die Haltestelle direkt vorm Hoteleingang - auf den Weg zurück ins Stadtzentrum. Die nächste Must-See-Attraktion, der ich einen Besuch abstatte ist der Palace of Holyroodhouse.

Palace of Holyroodhouse

Ursprünglich befand sich auf dem Grundstück des heutigen Schlosses ein Gästehaus der Abtei Holyrood Abbey. Über die Zeit wurde die Abtei immer häufiger als Tagungsstätte für adlige Ratsversammlungen, wie auch das schottische Parlament, genutzt. Ab 1501 wurde das Gästehaus daher um eine königliche Residenz erweitert. Es entstand eine dreiflügelige Anlage einschließlich Kapelle, Galerie, einem großen Saal und den königlichen Gemächern. Über die nachfolgenden Jahrhunderte folgten weitere Anbauten, wie der Nordwestturm, welcher von Maria Stuart bewohnt wurde oder auch einem vierten Flügel, der dem Palast seine heutige Mischung aus Renaissance- und Barockarchitektur verlieh. Heute ist das Schloss die offizielle, schottische Residenz der britischen Monarchen.  

Bei einem Besuch solltet ihr euch nicht nur das Schloss von Innen, mit seinen barocken Möbeln und flämischen Tapeten anschauen, sondern auch den wunderschön angelegten Schlosspark. Da heute allerdings typisch britisches Wetter herrscht mit Regen und grauem Himmel, husche ich nur ganz kurz durch die Gartenanlage. Nach einem kurzen Bummel durch das Stadtzentrum zieht es mich dann in einen typisch schottischen Pub, wo ich den Rest des Abends in gemütlicher Runde verbringe.

Tag 4: Bye,bye Edinburgh - Glasgow, here I come

Den Tag starte ich mit einem zeitigen Frühstück, denn heute will ich nach Glasgow fahren und auf dem Weg noch einen Zwischenstopp an der Glengoyne Distillery einlegen. Mein Navi ist heute auf Abenteuer eingestellt und so führt mich meine Reise über enge, kurvige und hügelige Straßen, die von unzähligen Schlaglöchern gesprenkelt sind. Und als wäre all das nicht genug, ist auch eine ordentliche Portion Regen mit dabei. Beinahe hätte ich bei dieser rasanten Fahrt das unscheinbare Haus inmitten der unberührten Landschaft übersehen, in dem sich die Distillery befindet.

Man erwartet mich schon - mit einem hausgebrannten Whisky. Da ich mit dem Auto unterwegs bin, wird dieser kurzerhand umgefüllt und ich bekomme ihn als „Betthupferl“ für den Abend im Hotel mit. Die Führung durch die Distillery beginnt mit einem kurzen Film, der in die Geschichte des Hauses einführt. Anschließend werden mir in einem interessanten Rundgang alle Schritte zur Herstellung eines Glengoyne Whiskys erklärt. Schon beeindruckend, was hierzu alles nötig ist  - und die Dimensionen der Kessel tun ihr übriges.

Heißt es nun Whisky mit oder ohne „e“?

Ursprünglich verdeutlichten die unterschiedlichen Schreibweisen nur die Herkunft des Whisk(e)ys. In Schottland produzierte man den Whisky ohne „e“, in Irland oder auch Amerika hingegen den mit „e“. Das „e“ diente hierbei nur dazu, sich von den schottischen Destillaten abzugrenzen. Da Whisk(e)y heutzutage jedoch aus vielmehr Ländern stammen kann, nutzen die Hersteller in der Regel eine Bezeichnung mit oder ohne „e“, um zu kennzeichnen, nach welcher Tradition - irisch oder schottisch - sie brennen.

Die Weiterfahrt nach Glasgow gestaltet sich im Vergleich zum ersten Teil meiner Strecke, harmlos. Rauf  auf die Autobahn und Schwups befinde ich mich im, wie sollte es anders sein, verregneten Glasgow. Für die heutige Nacht beziehe ich mein Zimmer im ibis Styles Glasgow Centre West. Hier werde ich mit einem herzlichen Willkommensgruß auf dem Bett begrüßt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause bringt mich ein typisch britisches Taxi zum ibis Styles Glasgow George Square. Das Hotel präsentiert sich sehr stylisch, modern und jugendlich und liegt für eine Erkundungstour durch Glasgow idealerweise mitten im Stadtzentrum. Praktischerweise gibt es auch hier - wie in vielen ibis Häusern - einen Bar- und Restaurantbereich, für den Fall, dass man abends nicht groß Lust hat, sich anderweitig zu verpflegen. Wer es zwar zentral aber etwas ruhiger mag, der ist beim ibis Styles Glasgow Centre West perfekt aufgehoben. Für den Weg in die Stadt brauche ich zu Fuß lediglich zehn Minuten. Und hier erwartet es mich - das Shopping-Paradies. Entlang der riesigen Einkaufsmeile reiht sich ein Geschäft ans nächste. Hier schlagen Frauenherzen höher - meins tut es auf jeden Fall. Ich genieße den Trubel der Stadt und lasse mich einfach durch die Straßen treiben. In einer kleinen Seitenstraße kommen sogar heimatliche Gefühle auf, denn hier stehen Bierbänke und Zelte für ein „Oktoberfest“. Den Abend lasse ich im Hotel ausklingen, denn hier im Restaurant spielt heute eine Live-Band. Glasgow, ich bin gespannt, welche Überraschungen du morgen für mich parat hältst!

Tag 5: als echter Touri unterwegs in Glasgow    

Mit dem Frühstück habe ich in Schottland wirklich Glück und so erwartet mich auch heute wieder ein sehr leckeres und reichhaltiges Frühstücksbuffet. Gut gestärkt breche ich nach dem Check-Out zu meinem ersten Termin auf. Ein Treffen mit einer Reiseleiterin steht auf dem Programm. Bei einer Tasse Tee - very british - tauschen wir Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge aus und schmieden Pläne für unsere zukünftige Zusammenarbeit. Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, mir aus erster Hand Tipps für meine weitere Tagesgestaltung geben zu lassen. Da ich am heutigen Sonntag nur einen weiteren Termin am Nachmittag habe, bleibt mir genug Zeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Den ersten Tipp setze ich direkt in die Tat um und kaufe mir ein Ticket für den Hop-on-Hop-Off Bus. Normalerweise versuche ich mich immer etwas abseits der „typischen Touri-Stationen“ zu bewegen, aber diese Fahrt hat mich eines besseren belehrt. Witzig, interessant und packend hat uns der Kommentator die Besonderheiten und die Geschichte Glasgows nähergebracht. Wer keine Lust auf eine Stadtführung hat, dem kann ich diese Tour guten Gewissens empfehlen! Böse Zungen beschreiben Glasgow als eine Stadt „die […] nach einem Atomangriff genauso aussehen würde wie vorher“. Ich finde jedoch, dass die ehemalige Industriestadt sich heute nicht zu verstecken braucht. Denn sie glänzt mit modernen Gebäuden und einer lebhaften Atmosphäre.

Wie in vielen Städten Großbritanniens ist die Tatsache, dass (fast) alle Museen und Galerien kostenfrei zugänglich sind, ein klares Highlight. Also heißt meine nächste Station: Riverside Museum. Von früher bis heute sind hier jegliche Transportmittel ausgestellt, von Eisenbahnen, über Straßenbahnen, Schiffe, Fahrräder und auch Autos und Pferdekuschten. Das mag jetzt zunächst langweilig klingen, doch die Umsetzung und die Aufmachung des Museums bekommen von mir ein klares „gefällt mir“. Hinter dem Museum liegt noch ein altes Segelschiff und da der schottische Himmel mir heute Sonnenschein schenkt, genieße ich von hier für eine Weile die Aussicht auf den Hafen.

Nächster Stopp ist für mich das Kelvingrove Art Gallery & Museum. Schon allein das Gebäude des größten Museums Glasgows und die Gartenanlage sind beeindruckend.

Im pompösen Inneren findet man dann eine der größten Kunstkollektionen Europas - aber Achtung: bei den vielen kleinen Gängen und Treppen läuft man durchaus Gefahr sich zu verlaufen. Wer lieber seine Ohren spitzt, der kann hier fast täglich kleinen Konzerten lauschen. Da leider mein nächster Termin ruft, muss ich mir das für meinen nächsten Besuch aufsparen.

Auf dem Weg nutze ich noch schnell die Gelegenheit und statte der Glasgow Cathedral - auch St. Mungo’s Cathedral oder High Kirk of Glasgow genannt - einen kurzen Besuch ab.

Mein Ziel ist jetzt das Jurys Inn Glasgow Hotel. Hier darf ich nicht nur die heutige Nacht verbringen, sondern ich treffe auch wieder einen Sales Manager, der mir das moderne und gleichzeitig traditionell eingerichtete Hotel zeigt. Obwohl das Hotel sehr zentral liegt, ist auf den Zimmern nichts vom Straßenverkehr zu hören.

Auch in Glasgow möchte ich zum Abschluss des Tages einen heimischen Pub besuchen und so verschlägt es mich nach einem Bummel über die Fußgängerzone (praktisch, wenn die Geschäfte auch sonntags geöffnet sind) in einen Pub, wo ich hausgemachte Burger probiere.

Tag 6: Tschüss, Ade und Goodbye

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Heute heißt es schon wieder Abschied nehmen. Für die Rückfahrt zum Fährhafen habe ich mich heute für die Autobahn entschieden - ein Abenteuer möchte ich heute doch weitestgehend vermeiden. Einen Zwischenstopp lege ich dann aber doch noch ein und besuche die berühmte Hochzeitsschmiede Gretna Green.

Gretna Green

Die Geschichte von Gretna Green, die voller wundervoller und rührender Anekdoten über Romantik, Skandale und Intrigen steckt, geht über 250 Jahre zurück. Früher kamen tausende hochzeitswillige, minderjährige Paare aus England hierher, um abseits der strengen Gesetze Englands, in Schottland zu heiraten. Gretna Green ist somit zu einem der bekanntesten und beliebtesten Hochzeitsorte der Welt geworden und auch heute kommen noch jährlich rund 5000 Paare hierher um zu heiraten.  Man sagt, wer nach Gretna Green durchbrennt und am legendären Amboss des Schmiedes heiratet, der wird seine Liebe für immer halten können.  

Die Atmosphäre an diesem Ort ist einfach magisch. Neben dem Museum, welches alte Brautkleider ausstellt und der Hofschmiede, umfasst das Gelände noch einen riesigen Shop, in dem lokale Spezialitäten gekostet und geshoppt werden können. Für Durstige gibt es zudem noch einen Whisky-Shop und eine Cafeteria. Vollgetankt mit Glücksgefühlen fahre ich anschließend weiter nach Newcastle. Die Einschiffung auf die Fähre verläuft ohne Probleme und ich kann nach der Zoll- und Ausweiskontrolle direkt aufs Schiff fahren.

Heute Nacht schlafe ich in einer Innenkabine, das ist aber auch das einzig Neue, was ich von der Fährüberfahrt berichten kann, denn das Schiff ist das Gleiche wie auf der Hinfahrt. Die Ausschiffung begleitet heute ein kühles Guinness, das Abendessen ist wieder lecker und sättigend und im Columbus Club beobachte ich noch ein wenig die angeheizte Stimmung während eines Bingo-Spiels. Dann zieht es mich in meine Kabine, gute Nacht und bis morgen.

Tag 7: Abschied mit Wiedersehen

Heute Nacht wurde ich ordentlich durchgeschaukelt. Glücklicherweise habe ich keine Probleme mit der Seekrankheit und so kann ich noch das Frühstück genießen, bevor ich mich wieder hinters Steuer setze. So reibungslos, wie die Reise bisher verlaufen ist, soll sie wohl nicht enden: gerade als ich an der Reihe bin das Schiff zu verlassen, versagt die Autobatterie meines Vordermannes. Doch wie es scheint, sind die Mitarbeiter der Fähre schon geübt in dieser Problematik und nur Minuten später ist das Auto wieder fahrbereit. Glück gehabt! Auf geht’s von Amsterdam Richtung Deutschland - nicht zu vergessen, wieder auf der rechten Straßenseite.

Dudelsackklänge, die durch die Straßen ziehen, freundliche Schotten mit Stolzgeschwellter Brust, Whisky wohin man schaut oder unberührte Landschaften, sobald man eine Stadtgrenze hinter sich lässt…Schottland war für mich bisher ein (mehr oder weniger) unbekannter Ort, von dem ich nur diese und einige andere Klischees kannte. Wie aber hat es mir dort gefallen, wie viele Kreuze konnte ich auf meiner „Klischee-trifft-zu“-Liste notieren und vor allen Dingen - werde ich wieder kommen? Und was soll ich sagen: Schottland hat mich begeistert!

Mit Edinburgh erlebte ich eine wunderschöne historische Stadt, mit verwinkelten Gassen und Torbögen, in der die Geschichte noch heute so lebendig ist und auch der ein oder andere Geist - so heißt es - noch sein Unwesen treibt. Im Gegensatz dazu zeigte sich Glasgow, die ehemalige Industriestadt, als moderne, trendbewusste und offene Stadt, die garantiert das Herz eines jeden Shopping-Liebhabers höher schlagen lässt.

Auch wenn ich auf meiner Zwei-Städte-Tour natürlich nicht alle Facetten Schottlands kennenlernen konnte, so habe ich doch einen wunderbaren Eindruck von Land und Leuten bekommen.  Und ja auch das eine oder andere Klischee kann ich bestätigen: ja, Schotten - zumindest die, die mir auf meiner Reise begegnet sind - besitzen ein ruhiges, warmherziges Gemüt und sind mit einer ordentlichen Portion Geduld und Hilfsbereitschaft ausgestattet (ein linksgedrehter Kreisverkehr ist doch manchmal eine Herausforderung). Whisky Distillerien befinden sich (oft) in hügeliger Natur auf deren kurvigen Straßen nicht unbedingt das Leben tobt und Dudelsackmusik in den Straßen ist ein wirklicher Ohrenschmaus.

Fazit: Schottland - wir werden uns wiedersehen!


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